Donaufähre Weltenburg – Tourfinale der Slowenien-Reise


Der letzte Tag einer großen Reise ist oft nur ein Pflichtprogramm. Nicht heute. Wir verwandeln den Heimweg in ein Highlight und queren die Donau bei Weltenburg. Mit einer entspannten Kurvenhatz durch das Altmühltal ziehen wir Bilanz: 2.200 Kilometer, echter Spaß und Erinnerungen für die Ewigkeit.
Der Start fühlt sich zunächst nach Pflichtprogramm an. Wir starten die Motoren in Unterneukirchen. Der achte Tag bricht an und damit das unvermeidliche Ende unserer großen Slowenien-Runde. Oft verkommen diese letzten Etappen zu reinen Transferfahrten, bei denen der Kopf schon halb Zuhause und halb beim Auspacken der Koffer ist. Doch genau diesen Fehler begehen wir heute nicht. Wir spüren noch keine Müdigkeit in den Knochen nach über einer Woche im Sattel und der Geist verlangt nach einem würdigen Abschluss. Wir rollen zunächst über unspektakuläre Landstraßen. Der Verkehr fließt monoton dahin, die Landschaft zieht an uns vorbei, ohne wirkliche Highlights zu bieten. Es ist ein klassischer Kilometer-Fressen-Modus, den jeder Tourenfahrer kennt.
Manche würden jetzt den Blinker Richtung Autobahn setzen, um das Ganze schnell zu beenden. Doch wir entscheiden uns bewusst dagegen. Ein Blick zu meinem Wingman im Rückspiegel genügt. Er signalisiert mir: Da geht noch was. Wir weigern uns, diese tolle Reise mit stupider Geradeausfahrt zu beenden. Stattdessen peilen wir die Donau an. Eine kleine Korrektur am Navi, das Ziel verschiebt sich leicht und die Ankunftszeit klettert nach oben. Wir suchen nicht den schnellsten Weg, sondern den schönsten Abschied als Tourfinale unserer Slowenien-Reise.
Die Donaufähre Weltenburg als Tor zum Altmühltal
Wir nutzen die Donaufähre Weltenburg als Tor zum Altmühltal, nachdem wir auf dem Weg dorthin bewusst an unserem Zuhause vorbeifahren. Die Holzbohlen knirschen unter den Reifen, als wir auf die kleine Fähre rollen. Es ist ein toller Moment, als wir die Motoren abstellen und das Plätschern des Wassers hören. Diese Überfahrt ist mehr als nur ein Transport, sie entschleunigt uns nochmal radikal. Wir stehen neben unseren Maschinen und lassen den Blick über das Kloster Weltenburg und den Donaudurchbruch schweifen.
Das Übersetzen an das nördliche Ufer markiert den Übergang vom Reisemodus in den Heimatmodus. Hier, wo die Donau sich ihren Weg durch den massiven Jurakalk gegraben hat, atmen wir tief durch und wecken die Lebensgeister für die letzten Kilometer. Diese kleine, ungeplante Pause wird uns im Gedächtnis bleiben, nicht die Stunden auf irgendwelchen Schnellstraßen. Das Nordufer empfängt uns mit dem Versprechen auf Kurven. Wir zahlen den Fährmann, starten die Maschinen und spüren sofort wieder die Vorfreude.
Das Altmühltal als perfekte Kulisse zum Ausschwingen
Jetzt tauchen wir ein in das Altmühltal. Für mich gehört diese Region zu den entspanntesten Motorradrevieren Bayerns. Es geht nicht um Knieschleifen am Limit oder alpine Spitzkehren, sondern um den reinen Fluss der Bewegung. Die Straße schlängelt sich oft parallel zum Fluss, vorbei an schroffen Felsformationen und durch grüne Wälder. Wir finden schnell unseren Rhythmus. Am Ende dieser Reise fahren mein Wingman und ich fast schon synchron, wie an einem unsichtbaren Band gezogen.
Wir schwingen durch die langgezogenen Kurven. Es ist das perfekte Cool-down für uns und unsere Maschinen. Die 270 Kilometer des heutigen Tages vergehen wie im Flug und ohne Stress, weil wir die Strecken kennen. Jegliche Zweifel, ob sich der Umweg lohnt, lösen sich in der Nachmittagssonne auf. Wer glaubt, der letzte Tag sei Zeitverschwendung, kennt diese Route nicht. Wir saugen jeden Kilometer auf, wissend, dass das Motorrad morgen in der Garage bleiben wird.
2.200 Kilometer Spaß und Asphalt
Nach etwas über fünf Stunden erreichen wir unser Zuhause. Der Seitenständer klappt aus, der Motor verstummt. Stille. Wir ziehen die Helme ab und grinsen uns an. Hinter uns liegen 2.200 Kilometer. Eine Zahl auf dem Tacho, aber unendlich viel mehr im Kopf. Wir blicken zurück auf Pässe, Regen, Hitze und grandiose Aussichten. Doch das Wichtigste an dieser Tour ist nicht die Statistik, sondern das Team.
Ein riesiges Dankeschön geht an meinen Wingman, der auf der gesamten Tour absolute Verlässlichkeit bewiesen hat. Er hält mir den Rücken frei, denkt mit und passt sich jeder Situation an. Wir haben uns blind verstanden, ob beim Überholen oder bei der spontanen Routenänderung heute in Richtung Donau. Es macht mir unendlich viel Spaß, mit jemandem zu fahren, der die gleiche Leidenschaft teilt. Diese Reise beweist: Der richtige Tourenpartner macht aus einer guten Tour eine unvergessliche Erinnerung.
Wer ist euer Wingman oder eure Wingwoman auf Tour? Markiert sie in den Kommentaren und sagt Danke!




Du bist bereit für Dein nächstes Abenteuer. Hier findest Du eine Übersicht der gefahrenen Tour. Da ich die Tour für Dich aus meiner Navigation zu Goole Maps exportiere, kann es zu leichten Abweichungen kommen. Aber das eröffnet Dir neue Wege! Lade Dir die Routendatei direkt bei MyMaps als KML-Datei herunter und erlebe die atemberaubenden Straßen und Landschaften selbst! Die Nutzung der zur Verfügung gestellten Route geschieht allerdings auf eigenes Risiko.
| Start | Unterneukirchen, DEU |
| Ziel | Mainburg, DEU |
| Strecke | 250 km |
| Fahrzeit | 5 h |
Owned Miles
















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