Roadbook | Italien – Motorradtouren und Reiseberichte
Entdecke in diesem Roadbook Bella Italia auf zwei Rädern. Hier findest du meine gesammelten Motorradtouren, Routen und Reiseberichte quer durch Italien im Überblick.
Entdecke in diesem Roadbook Bella Italia auf zwei Rädern. Hier findest du meine gesammelten Motorradtouren, Routen und Reiseberichte quer durch Italien im Überblick.
Italien ist für die meisten von uns das Traumziel schlechthin, der Inbegriff des Motorradfahrens. Viele Reiseberichte verkaufen uns Bilder von einsamen Küstenstraßen, perfektem Espresso im Sonnenuntergang und einer tiefen Liebe zum Motorsport. Die Realität sieht oft anders aus. Italien verlangt dir als Fahrer alles ab. Der Verkehr ist nicht nur temperamentvoller, er ist oft pures Chaos, in dem die Verkehrsregeln eher als unverbindliche Empfehlungen betrachtet werden. Die Straßenverhältnisse wechseln zwischen Rennstrecken-Niveau und Schlagloch-Piste. Wer hier fährt, muss hellwach sein – das „Dolce Vita“ muss man sich auf der Straße oft erkämpfen.
Die Wahl der Region entscheidet über Frust oder Lust. Die Dolomiten und Südtirol bieten das wohl schönste Bergpanorama der Welt. Doch machen wir uns nichts vor: Die Sella-Runde und das Stilfser Joch sind in der Hauptsaison ein einziger Stau aus Wohnmobilen, Reisebussen und überforderten Flachlandtirolern. Wer hier Fahrspaß sucht, muss sehr früh aufstehen. Die Toskana und Umbrien sind ideal für Genussfahrer, die sanfte Hügel und Zypressenalleen der reinen Adrenalinjagd vorziehen. Hier geht es um den Rhythmus, nicht um die Rundenzeit. Wer es wilder mag, fährt auf den Apennin. Oft unterschätzt, bietet er Kurven satt, ist aber herrlich leer gefegt im Vergleich zu den überlaufenen Alpen. Und dann ist da noch Sardinien. Die Insel bietet den wohl griffigsten Asphalt Europas. Ein Reifen-Mörder im positiven Sinne, der jeden Cent wert ist, aber Mensch und Material gnadenlos fordert.
Im italienischen Hochsommer ist es in den Städten und im Süden oft unerträglich. Wer hier in der schwarzen Gore-Tex-Rüstung im Stau steht, riskiert den Hitzschlag. Mesh-Bekleidung ist hier keine Modefrage, sondern besser für die Gesundheit. Die beste Reisezeit für Tourenfahrer sind daher Mai/ Juni und September/ Oktober. Aber Vorsicht: Die Natur ist unberechenbar. Während man im Tal schwitzt, kann auf den hohen Alpenpässen bis in den Juni hinein Schnee liegen. Die Ausrüstung muss also flexibel sein.
Italien bittet kräftig zur Kasse. Ein absolutes Minenfeld sind die Zona a Traffico Limitato (ZTL). Wer versehentlich in diese verkehrsberuhigten Innenstädte fährt, wird gnadenlos von Kameras erfasst. Die Bußgelder kommen Monate später und ruinieren die Urlaubserinnerung. Ebenfalls wichtig: die Helm-Norm. Italien versteht keinen Spaß bei sogenannten „Braincaps“. Helme müssen zwingend der ECE-Norm entsprechen. Wer mit einer nicht zugelassenen Schüssel auf dem Kopf erwischt wird, zahlt nicht nur Strafe – das Motorrad kann sogar in Sicherheitsverwahrung genommen werden. Zudem sind Autobahnen mautpflichtig und teuer, während die Pässe meist noch frei sind – eine der wenigen Ausnahmen, wo der Spaß umsonst ist.
Vergiss die sterilen Hotelketten. Ein Agriturismo (Ferien auf dem Bauernhof) ist oft die schönste Art zu übernachten. Aber sei nicht naiv: Motorrad-Diebstahl ist in Italien ein riesiges Problem, das oft totgeschwiegen wird. Buche niemals eine Unterkunft ohne abschließbare Garage oder einen sicheren, nicht einsehbaren Innenhof. Dein Bike einfach an der Straße zu parken, ist eine Einladung, die zu oft angenommen wird.
Welche Erfahrungen hast du gemacht? Wurde dein Bike schon mal „Sicherheitsverwahrt“ oder hast du einen Geheimtipp abseits der Touristenmassen? Ab in die Kommentare damit!