Equipment – Tests und Erfahrungen
Was taugt wirklich auf Reisen? Hier findest du meine ehrlichen Tests und Erfahrungen zu Ausrüstung, Equipment, Gadgets, Gepäck und Zubehör für dein Motorrad.
Was taugt wirklich auf Reisen? Hier findest du meine ehrlichen Tests und Erfahrungen zu Ausrüstung, Equipment, Gadgets, Gepäck und Zubehör für dein Motorrad.
Man kennt diesen abgedroschenen Spruch zur Genüge, er geistert durch jedes Forum und jeden Stammtisch: „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Und sind wir ehrlich? Meistens stimmt er auch. Wer mit dem Discounter-Zelt ins schottische Hochland aufbricht oder mit Plastik-Regenkombis für zehn Euro die Alpen überqueren will, wird für diesen Geiz meist bitter bestraft – mit nassen Socken, gebrochenem Gestänge und einer gehörigen Portion Frust im Bauch. Doch die Kehrseite der Medaille wird oft verschwiegen: Teuer heißt noch lange nicht automatisch gut. Ein Markenlogo und ein Preisschild jenseits der tausend Euro schützen nicht vor Konstruktionsfehlern.
In dieser Rubrik nehme ich deshalb kein Blatt vor den Mund, wenn es um meine Ausrüstung, Gadgets und das nötige Zubehör geht. Mich interessieren dabei keine theoretischen Werte aus dem Labor, keine Leistungsdiagramme auf Hochglanz-Papier und keine Lobeshymnen der Hersteller. Mich interessiert nur die Realität auf der Straße: Hält das Zeug wirklich dicht, wenn man sechs Stunden durch peitschenden Regen auf der Autobahn fährt? Funktioniert der Reißverschluss auch noch, wenn er vollkommen verstaubt ist? Und ist das Material nach 10.000 Kilometern immer noch einsatzbereit oder reif für die Tonne?
Natürlich geht Sicherheit immer vor – Abriebfestigkeit und Protektoren sind die Lebensversicherung, die wir hoffentlich nie brauchen. Aber auf langen Touren ist Komfort weit mehr als nur Bequemlichkeit; er ist aktive Sicherheit. Wenn der Kragen nach drei Stunden scheuert wie Schmirgelpapier, die Membran bei dreißig Grad versagt und man im eigenen Saft schmort oder die Knieprotektoren bei jedem Schaltvorgang zwicken, dann leidet nicht nur die Laune. Es sinkt die Konzentration, die Reaktionszeit wird schlechter, und das Unfallrisiko steigt. Ich suche nach der perfekten Symbiose aus Belüftung, Passform und echtem Wetterschutz.
Ein weiteres Thema ist das Gepäck. Es gleicht fast einem religiösen Glaubenskrieg: Die Fraktion der massiven Alukoffer gegen die Verfechter des leichten Softgepäcks. Ich werde mich in diesen Grabenkämpfen positionieren und beleuchten, was wann Sinn macht. Brauchen wir wirklich den wuchtigen Adventure-Look der Aluboxen, die beim Sturz im Gelände schnell zur Gefahr für die eigenen Beine werden können? Oder sind die flexiblen Taschen, auch wenn sie weniger diebstahlsicher wirken, am Ende die schlauere Wahl für echte Abenteurer?
Auch vor der Technik mache ich nicht Halt. Unsere Cockpits sehen heute oft aus wie Raumschiff-Kommandozentralen. Aber hilft uns das Gadget wirklich, oder lenkt es ab? Ein Navigationsgerät muss intuitiv sein. Wenn ich erst drei Untermenüs bedienen muss, um eine Tankstelle zu finden, oder der Touchscreen mit dicken Winterhandschuhen den Dienst verweigert, fliegt das Teil in die Tonne. Technik muss dem Fahrer dienen, nicht umgekehrt.
Doch selbst das teuerste und beste Equipment ist nutzlos, wenn wir es verrotten lassen. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, aber beim Motorradfahren kann gute Pflege Leben retten und den Geldbeutel schonen. Deshalb findest du hier nicht nur Empfehlungen, sondern auch handfeste Anleitungen. Wer seine Ausrüstung ehrt und instand hält, hat jahrelang einen treuen Begleiter – und das ist am Ende nachhaltiger als jeder Neukauf.