Roadbook | Luxemburg – Motorradtouren und Reiseberichte
Ein Paradies auf engstem Raum! Perfekter Asphalt in der Kleinen Luxemburger Schweiz und kurvige Flusstäler. Meine Reiseberichte aus dem Großherzogtum.
Ein Paradies auf engstem Raum! Perfekter Asphalt in der Kleinen Luxemburger Schweiz und kurvige Flusstäler. Meine Reiseberichte aus dem Großherzogtum.
Wer das kleine Großherzogtum Luxemburg auf der Landkarte betrachtet, vermutet auf den ersten Blick vielleicht keinen epischen Motorrad-Roadtrip. Viele Biker nutzen das Land lediglich als bequemen Transitkorridor oder als kurzen Abstecher für günstigen Sprit, bevor es weiter nach Frankreich oder in die deutschen Mittelgebirge geht. Doch wer diesen Fehler begeht, verpasst eines der exklusivsten und bestgepflegten Motorradreviere Europas.
Luxemburg ist kein raues Enduro-Paradies, sondern ein luxuriöser Spielplatz für Asphalt-Genießer. Die Straßen sind hier so makellos gepflegt, als würde nachts jemand mit der Zahnbürste darübergehen. Schlaglöcher oder Bitumen-Fallen? Fehlanzeige. Doch Vorsicht: Diese fahrerische Perfektion darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch dieses kleine Land seine Tücken hat – sei es beim gnadenlosen Wetter oder bei der strikten Verkehrspolizei.
Wer Kurven sucht, muss unweigerlich ins Müllerthal, die „Kleine Luxemburger Schweiz“. Die Straßen schneiden sich hier tief in massive, moosbewachsene Sandsteinfelsen ein. Es ist ein Rhythmus aus Licht, Schatten und engen Kehren, der eine absolute saubere Blickführung verlangt. Wer hier den perfekten Flow findet, braucht keine Alpenpässe mehr.
Doch hier beginnt auch unsere Verantwortung als Community. Diese engen Täler wirken wie gigantische Schalltrichter. Wer meint, er müsse hier mit einem ausgeräumten Zubehörauspuff seine fehlende Leistung akustisch kompensieren, zerstört die Idylle für alle. Lärmsperrungen drohen überall, auch in Luxemburg!
Ein völlig anderes Bild bietet der Norden, das Ösling (die luxemburgischen Ardennen). Hier wird die Landschaft weitläufiger, rauer und deutlich schneller. Die Auffahrt zur Burg Bourscheid ist ein Meisterstück. Zum entspannten Ausklingen am Abend rollt man dann gemütlich an die Mosel, wo die Weinberge den Feierabend ankündigen.
Wir Biker neigen dazu, uns von der Gore-Tex-Werbung einreden zu lassen, wir seien unangreifbar. Die Realität in Luxemburg sieht anders aus. Das Land ist zwar winzig, hat aber ein fieses Nord-Süd-Gefälle. Während du an der Mosel im sonnigen Süden bei 20 Grad schwitzt, kannst du eine Stunde später im rauen Ösling im dichten, eiskalten Nebel stehen. Das Wetter in den Tälern der Ardennen ist eine launische Diva. Wer hier im perforierten Sommerleder antritt, zittert sich den Wolf. Das Zwiebelprinzip und eine absolut dichte Regenkombi sind hier keine Empfehlung, sondern Pflicht. Die beste, weil stabilste Reisezeit liegt zwischen Mai und September.
Die luxemburgische Polizei versteht beim Thema Verkehrssicherheit absolut keinen Spaß. Wer auf dem makellosen Asphalt der Landstraßen die 90 km/h-Grenze ignoriert, füttert die unzähligen Hightech-Blitzer. Bei illegalen Auspuffanlagen herrscht Null-Toleranz – die Maschine wird im Zweifel sofort stillgelegt. Das Vorbeischlängeln im Stau ist, anders als im Nachbarland Belgien, hier offiziell verboten! Ein echter Genuss ist hingegen das Tanken: Die Spritpreise sind staatlich reguliert und an jeder Zapfsäule im Land exakt gleich. Die ewige Pfennigfuchserei entfällt.
Bei den Unterkünften meidest du am besten die teure Hauptstadt und suchst dir eine urige „Auberge“ (Gasthof) im Ösling. Die Gastfreundschaft ist enorm, und oft gibt es eine sichere Garage für dein Bike.
Hast du Luxemburg bisher auch nur zum billigen Tanken genutzt oder schon mal die Kurven im Müllerthal gejagt? Schreib mir deine Erfahrungen in die Kommentare!