7 Stunden Kurvenrausch zwischen Dachstein und Mattighofen

Die Berge werden flacher, aber der Fahrspaß reißt nicht ab. Auf unserer Motorradtour durch das Salzkammergut jagt ein Highlight das Nächste. Wir nehmen dich mit auf die Postalm Panoramastraße, schwitzen bei 30 Grad und stehen vor der Wahl: KTM Motohall besuchen oder weiterfahren? Erfahre jetzt, wie wir uns entscheiden.

Langsam verändern sich die Kulissen um uns herum. Die schroffen, grauen Felswände der Julischen Alpen und der Karawanken weichen sanfteren, aber nicht minder beeindruckenden Riesen. Wir spüren förmlich, wie wir Strecke machen und uns der Heimat nähern. Tag 7 bricht an und markiert den Übergang vom hochalpinen Abenteuer hinein in das malerische, kurvenreiche Voralpenland. Doch wer glaubt, die Rückreise besteht nur aus langweiligem Kilometerschrubben, irrt gewaltig. Wir pressen jeden Tropfen Fahrspaß aus diesem Tag und nehmen die schönsten Asphaltbänder im Salzkammergut unter die Räder.

Auftakt am Dachstein und Flow am Lienbachsattel

Wir starten die Motoren und sofort dominiert das markante Massiv des Dachsteins unser Sichtfeld. Die Dachsteinstraße ruft. Wir schrauben uns die Kehren nach oben und genießen den griffigen Asphalt. Die Luft hier oben schmeckt kühler, frischer. Jeder Meter bergauf bietet uns neue Perspektiven auf die schroffen Kalkwände, die fast senkrecht in den blauen Sommerhimmel ragen. Es ist ein kurzer, aber intensiver Abstecher, der uns wach macht für alles, was noch kommt.

Ohne lange Verschnaufpause visieren wir das nächste Ziel an: den Lienbachsattel. Viele Tourenfahrer übersehen diesen Pass auf der Karte, doch wir wissen seine Qualitäten zu schätzen. Die Straße schlängelt sich durch dichte Wälder und bietet einen Rhythmus, der uns in einen wahren Flow-Zustand versetzt. Hier kämpfen wir nicht gegen enge Spitzkehren, sondern schwingen uns harmonisch von Radius zu Radius. Die Motoren unter uns brummen zufrieden, während wir die Schräglage voll auskosten. Es sind genau diese Momente, in denen wir mit unseren Motorrädern verschmelzen und wir die Anstrengungen der letzten sechs Tage vergessen.

Die Postalm Panoramastraße ist die Maut wert

Das absolute Highlight des Tages wartet jedoch noch auf uns, als wir die Mautstelle der Postalm Panoramastraße erreichen. Manche Biker zögern hier wegen der Gebühr, aber wir ziehen das Ticket ohne zu blinzeln. Sobald sich die Schranke öffnet, wissen wir auch wieder warum. Die Straße führt uns hinauf auf das zweitgrößte Hochplateau Europas. Die Landschaft öffnet sich weit und gibt den Blick frei auf saftig grüne Almwiesen und weidende Kühe, die uns neugierig hinterherschauen.

Der Belag hier oben präsentiert sich in bestem Zustand. Wir wedeln über das Plateau und atmen den Duft der Sommerwiesen ein. Die Strecke bietet eine perfekte Mischung aus entspanntem Cruisen und sportlichen Abschnitten. Wir halten kurz an, nicht weil wir müssen, sondern weil das Panorama uns dazu zwingt. Der Blick schweift über das Tennengebirge und wir realisieren, wie vielfältig Österreichs Straßen sind. Die Postalm verbindet das Lammertal mit dem Salzkammergut auf die denkbar schönste Art und Weise.

Die Hitze drückt und Mattighofen stellt uns vor die Wahl

Je weiter wir nach Norden kommen, desto tiefer sinken wir geographisch – und desto höher klettert das Thermometer. Die sehr sommerlichen Temperaturen werden zur echten Belastungsprobe. Der Schweiß rinnt unter den Helmen, die Kombis kleben am Körper. Wir überqueren die Schöffbaumhöhe und nähern uns einem Ort, der für viele Motorradfahrer heiliger Boden ist: Mattighofen.

Die KTM Motohall liegt direkt auf unserem Weg. Das markante Gebäude blitzt in der Sonne und lockt mit klimatisierter Luft und technischer Geschichte. Wir drosseln das Tempo und halten kurz an. Die Neugier zieht uns zum Eingang, doch der Blick auf die Uhr und der Rhythmus der Fahrt sprechen eine andere Sprache. Wir stecken in einem echten Dilemma. Jetzt aus den verschwitzten Klamotten pellen und durch ein Museum laufen? Oder den Fahrtwind nutzen und die verbleibenden Kilometer genießen?

Wir schauen uns an und die Entscheidung fällt ohne viele Worte. Wir setzen uns wieder in den Sattel. Der Drang, die geniale Strecke weiterzufahren und den Tag auf der Straße zu beenden, besiegt das kulturelle Interesse. Die Motohall läuft uns nicht weg, aber dieser perfekte Sommertag neigt sich dem Ende zu. Wir drehen am Gasgriff und lassen Mattighofen hinter uns.

Bilanz eines heißen Ritts durch das Voralpenland

Als wir am Abend die Maschinen abstellen, spüren wir jeden der 270 Kilometer in den Knochen. Sieben Stunden saßen wir heute im Sattel. Es ist ein Ritt, der uns viel abverlangte – Konzentration auf der Dachsteinstraße, Flow am Lienbachsattel, Genuss auf der Postalm und Durchhaltevermögen in der Hitze des Flachlands.

Die Berge sind nun deutlich flacher, die Strecken gerader. Es ist das unmissverständliche Zeichen, dass wir fast zu Hause sind. Morgen starten wir in unseren allerletzten Fahrtag dieser Tour. Doch heute Abend überwiegt die Zufriedenheit. Statt Autobahnkilometer zu fressen, erleben wir das Salzkammergut intensiv.

Jetzt bist du dran: Hand aufs Herz – wie hättest du dich in Mattighofen entschieden? Würdest du für die KTM Motohall eine geniale Kurvenstrecke unterbrechen oder zählt für dich nur der Rhythmus der Straße? Schreib mir deine Meinung in die Kommentare!


Du bist bereit für Dein nächstes Abenteuer. Hier findest Du eine Übersicht der gefahrenen Tour. Da ich die Tour für Dich aus meiner Navigation zu Goole Maps exportiere, kann es zu leichten Abweichungen kommen. Aber das eröffnet Dir neue Wege! Lade Dir die Routendatei direkt bei MyMaps als KML-Datei herunter und erlebe die atemberaubenden Straßen und Landschaften selbst! Die Nutzung der zur Verfügung gestellten Route geschieht allerdings auf eigenes Risiko.

StartEben im Pongau, AUT
ZielUnterneukirchen, DEU
Strecke270 km
Fahrzeit7 h


Owned Miles

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