Kurvenjagd im Herbst: Vom Altmühltal bis in den Frankenwald

9 Grad und dichter Nebel markieren den Start, doch der Herbst zeigt sich gnädig. Auf 330 Kilometern erlebe ich, wie die Sonne das Altmühltal durchbricht und das Fichtelgebirge in goldenes Licht taucht. Ich nehme dich mit auf die erste Etappe meines Saisonabschlusses durch Nordbayern bis in den kurvenreichen Frankenwald.

Ich drücke den Starterknopf. Der Motor erwacht zum Leben und durchbricht die morgendliche Stille. Die Luft fühlt sich frisch an. Das Thermometer im Cockpit zeigt unbarmherzige 9 Grad an. Der Nebel hängt tief in den Tälern und verleiht der Szenerie etwas Mystisches, fast schon Beklemmendes. Dies schafft die passende Atmosphäre für einen Saisonabschluss. Ich ziehe den Reißverschluss meiner Jacke bis zum Anschlag hoch, rücke den Helm zurecht und lege den ersten Gang ein. Heute erwartet mich eine Strecke, die Vielseitigkeit verspricht: Vom Altmühltal über die Oberpfalz bis hinauf in den Frankenwald. Mein Ziel ist nicht nur das Ankommen, sondern das bewusste Aufsaugen der letzten intensiven Fahrmomente dieses Jahres.

Nebel im Altmühltal

Die Reifen brauchen Zeit, um Temperatur aufzubauen. Ich gehe es ruhig an. Die Straßen im Altmühltal sind nass vom Nebel und die Sichtweite ist überschaubar. Doch mit jedem Kilometer, den ich mich weiter in Richtung Oberpfalz bewege, verändert sich das Bild. Die Sonne kämpft sich langsam aber sicher durch die graue Suppe. Zuerst treffen nur vereinzelte Strahlen auf den nassen Asphalt, doch bald gewinnt das Blau am Himmel die Oberhand.

Ich spüre, wie die Anspannung der kühlen ersten Stunde einer lockeren Fahrweise weicht. Ich genieße die kleinen Nebenstraßen, die mich abseits der Hauptverkehrsadern durch die Landschaft führen. Die Oberpfalz empfängt mich mit ihren sanften Hügeln und bereitet mich mental auf das vor, was weiter nördlich auf mich wartet. Es ist kaum Verkehr und so gehört die Straße fast mir. Der Belag wechselt hin und wieder von perfekt asphaltierten Abschnitten zu charaktervollen, flickenteppichartigen Landstraßen, die dem Fahrwerk Arbeit geben. Wie immer, fühle ich mich durch Motorrad unter mir lebendig.

Endlose Kurvenradien im Fichtelgebirge

Je weiter ich nach Norden komme, desto mehr verbessern sich die Bedingungen. Das Thermometer klettert auf angenehme 16 Grad. Der Himmel zeigt sich mittlerweile nur noch leicht bewölkt – perfektes Motorrad-Wetter, bei dem man unter der Kombi weder friert noch schwitzt.

Als ich das Fichtelgebirge erreiche, beginnt der eigentliche Tanz. Die Straßen hier wirken wie für Motorradfahrer gemacht. Lange, gezogene Kurven wechseln sich mit engeren Kehren ab. Ich lege die Maschine von einer Seite auf die andere, suche meine Linie und genieße den Grip, den der Asphalt trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit noch bietet. Die Ausblicke sind phänomenal. Wälder in den ersten Herbstfarben säumen die Strecke und immer wieder öffnet sich der Blick auf kleine, verschlafene Dörfer, die in den Tälern liegen.

Die „Grüne Hölle Frankens“

Der Übergang in den Frankenwald verläuft fließend. Die „Grüne Hölle Frankens“, wie manche die Region liebevoll nennen, macht ihrem Namen alle Ehre – im positivsten Sinne. Die Fahrt wird zu einem Rausch aus Grün, Asphalt und Kurven. Ich verliere fast das Zeitgefühl. Mein Fokus liegt nur noch auf dem nächsten Bremspunkt, dem Scheitelpunkt, dem Rausbeschleunigen..

Nach gut sechseinhalb Stunden reiner Fahrzeit schalte ich den Motor aus. Ich nehme den Helm ab und trage die obligatorische „Helmfrisur“ mit Stolz. Dieser Tag erinnert mich daran, warum ich dieses Hobby so liebe. Morgen wartet das Thüringer Schiefergebirge, aber heute Abend lasse ich diese 330 Kilometer erst einmal sacken.

Planst du auch noch eine letzte große Runde für diesen Herbst oder steht dein Bike schon eingewintert in der Garage? Schreib mir deine Pläne oder Routen-Tipps für Nordbayern in die Kommentare.


StartMainburg, DEU
ZielMitwitz, DEU
Strecke330 km
Fahrzeit6,5 h

Lade dir die Route ganz unkompliziert als GPX-Datei herunter und nutze sie als perfekte Grundlage für deine Planung. Nur noch ein kleiner Klick, bevor es losgeht:

Routenübersicht auf einer OSM Karte

Owned Miles

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