Roadbook | Saison 2026
Die Saison 2026 läuft! Begleite mich auf meinen neuesten Motorradreisen. Aktuelle Routen, frische Reiseberichte und neue Abenteuer aus diesem Jahr.
Die Saison 2026 läuft! Begleite mich auf meinen neuesten Motorradreisen. Aktuelle Routen, frische Reiseberichte und neue Abenteuer aus diesem Jahr.
Zehn Länder in einer einzigen Saison auf die Stollen zu brennen, klingt auf dem Papier erst einmal nach dem ultimativen feuchten Traum. Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Polen, Tschechien, Slowakei, Frankreich, Luxemburg und Belgien – das ist eine Liste, die nach endlosem Asphalt, tiefem Schotter und unzähligen Tankstopps schreit. Aber, wenn ich diese Liste ohne strategischen Masterplan angehe, ende ich als gestresstes Häufchen Elend. Es geht um die Qualität der Kilometer.
Die absolute Grundregel für 2026 lautet daher: Teile und herrsche. Ich splitte das Ganze in strategische Blöcke. Die West-Trips nach Frankreich, Luxemburg und Belgien sind prädestiniert für das Frühjahr. Hier locken kurvenreiche, exzellent asphaltierte Landstraßen, die man herrlich an verlängerten Wochenenden abreißen kann. Der Osten und der Balkan hingegen fordern einen massiven Block in der Hauptsaison. Da ich Kroatien und Bosnien-Herzegowina im Sommer anvisiere, muss ich natürlich die brutale Hitze auf dem Schirm haben. Wer hier unvorbereitet losstolpert, verbringt mehr Zeit mit einem Hitzeschlag als auf den Fußrasten. Ich plane also Puffer ein, erwarte das Unerwartete und lasse mich nicht von bürokratischen Hürden aus dem Rhythmus bringen.
Den kompletten TET mit meiner vollbeladenen 1200er GS fahren zu wollen, halte ich für schwierig. Mit vollem Tank, Alukoffern und Sturzbügeln sprechen wir hier von einem Kampfgewicht jenseits der 260 Kilogramm. Wenn dieses Dickschiff auf einem verblockten osteuropäischen Singletrail im Schlamm einmal die Schwerkraft entdeckt, wuchtest ich das Teil nicht mal eben wieder hoch. Ich picke mir als ein paar Rosinen aus dem TET raus und fülle für meine fette Reiseenduros den Rest mit dem ACT auf.
Dieses Jahr gibt es also auch Schotter, anspruchsvolle, aber machbare Passagen und Landschaften, die ich auch genießen kann, ohne sekündlich um mein Leben oder meinen Kardan zu fürchten. Um tausende Kilometer auf der Straße zu prügeln und im Zielgebiet dem Balkanschotter gewachsen zu sein brauche ich dieses Jahr einen echten Reifen-Kompromiss, einen Gummi mit stabilem Mittelsteg für die Laufleistung und aggressiven Schulterblöcken für den Dreck. Meine Wahl fällt also entweder auf eine 70/30-Reifen oder eine gröbere 60/40-Pelle.
Es gibt kaum etwas Größeres, als die Leidenschaft für zwei Räder mit dem eigenen Sohn zu teilen. Und auch dieses Jahr sind wir wieder gemeinsam unterwegs. Wir fahren wieder, bis der Tank trocken ist, ignorieren wenn die Knie schmerzen und beißen uns durch strömenden Regen über Passstraßen, weil das Ziel ruft. Wir lassen unsere Touren nicht zu einer langweiligen Kaffeefahrt verkommen, schauen aber auch auf unsere Sicherheit, jedoch ohne Langeweile. Ich freue mich jetzt schon auf die Intercom-Dauerschalte, das teilen echter Erlebnisse oder den Hinweis, dass jetzt dringend mal ein Eis nötig ist.