Roadbook | Saison 2023
Jahresrückblick auf eine ereignisreiche Saison: Hier zeige ich dir mein Roadbook 2023. Entdecke spannende Motorradtouren, detaillierte Routenbeschreibungen und persönliche Reiseberichte zu den schönsten Pässen dieses Jahres.
Jahresrückblick auf eine ereignisreiche Saison: Hier zeige ich dir mein Roadbook 2023. Entdecke spannende Motorradtouren, detaillierte Routenbeschreibungen und persönliche Reiseberichte zu den schönsten Pässen dieses Jahres.
In unserer Hoffnung und unserer Planung, besteht eine Saison ausschließlich aus goldenen Sonnenuntergängen und trockenem, griffigem Asphalt. Die Realität des Jahres 2023 hat mich jedoch eines Besseren belehrt und vielen von uns, mich eingeschlossen, ordentlich Wasser in die Stiefel gekippt.
Es war ein Jahr der Extreme, ein ständiger Tanz zwischen Regenfronten und Hitzewellen. Der alte Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung“ ist dabei zwar wahr, klingt aber zynisch, wenn man bedenkt, dass für eine halbwegs dichte Textilkombi Preise aufgerufen werden, für die man früher ein ganzes Motorrad gekauft hat.
Doch dieses Jahr stand für mich nicht im Zeichen von Materialschlachten, sondern im Zeichen der Verantwortung. Es war das Jahr der ersten längeren Motorradtouren mit dem Junior. Das verändert die Perspektive radikal. Plötzlich ist der Leistungs-Wahn, der uns 200 PS als Standard verkauft, völlig irrelevant.
Es geht nicht mehr um Schräglagen-Rekorde oder darum, als Erster am Pass zu sein. Es geht ums Ankommen, um Voraussicht und darum, dem Nachwuchs zu zeigen, dass Motorradfahren mehr ist, als nur am Gashahn zu drehen – nämlich ein Miteinander, bei dem Rücksicht über Ego geht.
Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der Wetterkapriolen sind etliche Kilometer zusammengekommen. Dabei hat sich gezeigt: Man braucht keine Weltreise, um Freiheit zu spüren. Oft liegt das Motorradglück direkt vor der Haustür.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Trip ins Taubertal. Das „grüne Tal und die endlosen Kurven“ dort haben mich nachhaltig beeindruckt. Es war eine malerische Reise, die bewiesen hat, dass Deutschland als Reiseland oft völlig unterschätzt wird.
Aber auch die Kontraste waren es, die 2023 geprägt haben. Da war der „Morgendliche Kurvenrausch am Sudelfeld und Tatzelwurm“ – Strecken, die fahrerisch ein Traum sind, aber durch Lärmdebatten und rücksichtslose Heizer massiv bedroht sind. Hier liegt es an uns, durch umsichtitge Fahrweise dafür zu sorgen, dass diese Juwelen nicht gesperrt werden.
Im krassen Gegensatz dazu standen Härteprüfungen wie „Motorradfahren bei 30 Grad“ durch Oberbayern oder der Trip „Apolda Calling“. Bei solchen Temperaturen wird jede Ampel zur Sauna, und man fragt sich, warum man sich das antut – bis der Fahrtwind wieder kühlt.
Auch die spontanen Aktionen, wie der Abstecher zur Fichtenranch im Altmühltal oder die Suche nach dem „Mittelpunkt Mitteleuropas“, waren Highlights. Es sind diese Momente, in denen es nur um „Benzin im Blut und Currywurst im Bauch“ geht, die dieses Hobby so ehrlich machen. Fernab von 5-Sterne-Hotels und Schickimicki, einfach nur 250 Kilometer Freiheit und der Blick von der Walhalla.
Jedes Jahr lernt man dazu – sei es beim Packen, wo man endlich den unnötigen Ballast abwirft, oder bei der Routenwahl. Doch 2023 hielt eine Lektion bereit, auf die ich gerne verzichtet hätte, die aber zur ungeschminkten Reise-Realität gehört: Es war das Jahr der ersten selbst-geflickten Reifenpanne.
Bislang ging in meiner Welt ein Motorrad nicht kaputt. In der Realität stehst du im Nirgendwo mit einem Platten. Da hilft dir kein TFT-Display mit Smartphone-Anbindung und kein elektronisches Fahrwerk. Da helfen nur dreckige Hände, Flickzeug und Geduld. Es war ein Moment des Frusts, aber auch des Stolzes, es selbst gelöst zu haben.
In diesem Archiv findest du nun alle Storys des Jahres – vom „Lockruf des Asphalts“ in der Hallertau bis zur „Auszeit im Bayerischen Wald“. Es sind keine Heldengeschichten, sondern ehrliche Protokolle einer Saison, die alles hatte: Sonne, Regen, Pannen und pures Glück.
Wie war dein 2023? Hast du den Regen verflucht oder bist du trotzdem gefahren? Und vor allem: Musstest du auch schon mal am Straßenrand schrauben? Schreib es mir in die Kommentare!